Hybridlokomotive von Stadler für den Fernverkehr von VIA Rail Canada.
Die neuen Hybridlokomotiven von Stadler verbinden Batterie- und Dieselantrieb für den Personenverkehr in Kanada. zvg
E-Mobilität 4. August 2026 · 3 Min Lesezeit

Stadler 45 Hybridlokomotiven für VIA Rail

Stadler liefert 45 Hybridlokomotiven an VIA Rail Canada und stärkt damit die Modernisierung sowie Dekarbonisierung des kanadischen Bahnverkehrs.

Der Auftrag ist der erste Lokomotivauftrag von Stadler in Kanada. Neben der Entwicklung und Lieferung der Fahrzeuge umfasst der Vertrag eine 20-jährige Vereinbarung über technische Unterstützung und Ersatzteilversorgung. Die neuen Lokomotiven sollen im gesamten Fernverkehrsnetz von VIA Rail eingesetzt werden und grosse Ballungszentren ebenso wie abgelegene Gemeinden verbinden.

Hybridlokomotiven kombinieren Batterie- und Dieselantrieb

Die neuen Lokomotiven verbinden diesel-elektrische Technologie mit einem batteriegestützten Traktionssystem. Die Batterien stellen Energie für den Antrieb, die Bordhilfssysteme und die Versorgung der Reisezugwagen bereit. Die Fahrzeuge erreichen eine Leistung von bis zu 4 MW am Rad, eine Anfahrzugkraft von 350 kN und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Die Hybridarchitektur gewinnt beim Bremsen Energie zurück und speichert diese in den Traktionsbatterien. Dadurch sollen der Kraftstoffverbrauch, die Treibhausgasemissionen und der Wartungsaufwand sinken. Das Batteriesystem stellt zudem zusätzliche Leistung bei Lastspitzen bereit und erhöht die betriebliche Verfügbarkeit.

Der Stadler-Auftrag in Kanada

  • 45 Hybridlokomotiven für VIA Rail Canada
  • 20 Jahre technische Unterstützung und Ersatzteilversorgung
  • Bis zu 4 MW Leistung am Rad und 350 kN Anfahrzugkraft
  • Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h
  • Auslegung für Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius

Batteriebetrieb reduziert Emissionen an Bahnhöfen

An Bahnhöfen und in anderen umweltsensiblen Bereichen können die Lokomotiven im Batteriebetrieb verkehren. Dadurch lassen sich Lärm- und Abgasemissionen vor Ort deutlich reduzieren. Bei einem Ausfall des Dieselantriebs ermöglicht das Batteriesystem zudem die Weiterfahrt bis zu einem zugänglichen Ort.

Stadler hat die Fahrzeuge auf eine möglichst nachhaltige Nutzung über den gesamten Lebenszyklus ausgelegt. Die Lokomotiven erreichen eine Recyclingquote von über 92 Prozent und eine Verwertungsquote von über 95 Prozent. Die Batteriesysteme sind für eine lange Lebensdauer und spätere Second-Life-Anwendungen vorgesehen.

Stadler entwickelt Lokomotiven für extreme Kälte

Die Lokomotiven werden für Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius ausgelegt. Das Fahrzeugkonzept basiert auf Stadler-Technologien, die seit mehr als zehn Jahren in Schweden und Norwegen unter extremen Winterbedingungen eingesetzt werden. Damit sollen die Fahrzeuge über die gesamte geografische Ausdehnung Kanadas zuverlässig verkehren können.

Die Hybridlokomotiven sollen hohe Beschleunigungswerte erreichen und starke Steigungen bewältigen. Damit eignen sie sich für den Einsatz auf dem weitläufigen Fernverkehrsnetz von VIA Rail. Gleichzeitig unterstützt das Antriebskonzept die Dekarbonisierungsziele des kanadischen Bahnunternehmens.

«Unsere Hybridlokomotiven vereinen Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Durch die Integration eines batteriegestützten Betriebs in eine leistungsstarke Fernverkehrslokomotive bieten wir VIA Rail eine zukunftsorientierte Lösung, die die Umweltziele des Unternehmens unterstützt und gleichzeitig die betriebliche Flexibilität sowie den Service für die Fahrgäste verbessert.»
Iñigo Parra Executive Vice President Division Spain, Stadler

Stadler baut Serviceorganisation in Kanada auf

Stadler Valencia übernimmt als Kompetenzzentrum der Gruppe für Lokomotiven die Entwicklung, Produktion und Lieferung der neuen Fahrzeuge. Teile der Endmontage sowie der Test- und Inbetriebnahmearbeiten werden in Kanada durchgeführt. Am Standort Valencia arbeiten mehr als 500 Ingenieurinnen und Ingenieure in Entwicklung und Konstruktion.

Für die technische Unterstützung und Ersatzteilversorgung gründet Stadler eine kanadische Tochtergesellschaft. Die Mitarbeitenden werden an den wichtigsten Wartungsstandorten von VIA Rail in Montreal, Toronto, Winnipeg und Vancouver stationiert. Das Projekt soll qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und den Transfer von Fachwissen und Bahntechnologie unterstützen.

Newsletter Anmeldung

Die wichtigsten Branchen-News für Netzbetreiber und Energieversorger. Kompakt, relevant und praxisnah direkt ins Postfach.
Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung