Blick auf den Zürichsee bei Kilchberg als Symbolbild für den nicht realisierten Seewasser-Wärmeverbund.
Die Gemeinde Kilchberg und die AEW verfolgen den geplanten Seewasser-Wärmeverbund aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Tragfähigkeit nicht weiter. zvg
Sektorkopplung (Wärme, Gas, Strom) 27. Juli 2026 · 2 Min Lesezeit

Kilchberg stoppt Seewasser-Wärmeverbund

Kilchberg und AEW verfolgen den Seewasser-Wärmeverbund nicht weiter, da das redimensionierte Projekt wirtschaftlich nicht tragfähig ist.

Die Gemeinde Kilchberg hat entschieden, den geplanten Seewasser-Wärmeverbund nicht weiterzuverfolgen. Die vertiefte Projektierung durch die AEW Energie zeigte, dass das Vorhaben unter den veränderten Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

Die Gemeinde hatte 2023 in einem Submissionsverfahren einen Energieversorger für die Planung, den Bau und den Betrieb des Wärmeverbundes gesucht. Gestützt auf dieses Verfahren wurde die AEW 2024 mit der Projektentwicklung beauftragt.

AEW prüft Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit

Im Rahmen der Projektierungsarbeiten erarbeitete die AEW die technischen, wirtschaftlichen und betrieblichen Grundlagen. Zudem prüfte das Energieunternehmen die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit des geplanten Seewasser-Wärmeverbundes vertieft.

Eine zentrale Rolle im ursprünglichen Konzept spielte die Lindt & Sprüngli AG. Das Unternehmen war sowohl als bedeutende Energiebezügerin als auch als Lieferantin von Abwärme vorgesehen.

Im Verlauf der Projektentwicklung zeigte sich jedoch, dass Lindt & Sprüngli nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang eingebunden werden konnte. Das Unternehmen verfolgt bereits eine eigene CO2-Agenda und setzt gezielt Massnahmen zur Emissionsreduktion und zur Steigerung der Energieeffizienz um.

Gründe für den Projektstopp in Kilchberg

  • Die AEW wurde 2024 mit der Entwicklung des Seewasser-Wärmeverbundes beauftragt.
  • Lindt & Sprüngli konnte nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang eingebunden werden.
  • Damit entfielen wesentliche Voraussetzungen für Energiebezug und Abwärmenutzung.
  • Unter den veränderten Rahmenbedingungen ist das Projekt wirtschaftlich nicht tragfähig.

Wegfall der Abwärme verändert das Energiekonzept

Die geringere Beteiligung von Lindt & Sprüngli veränderte wesentliche Grundlagen des Wärmeverbundes. Insbesondere die geplante Nutzung der industriellen Abwärme war ein wichtiger Bestandteil des Energiekonzepts.

Die AEW kam deshalb zum Schluss, dass der Wärmeverbund unter den neuen Voraussetzungen nicht wirtschaftlich tragfähig realisiert werden kann. Das Projekt wird aus diesem Grund beendet.

Bereits während der Ausschreibung hatte sich gezeigt, dass die Bedingungen für einen Seewasser-Wärmeverbund in Kilchberg anspruchsvoll sind. Mehrere Energieversorgungsunternehmen beurteilten die wirtschaftlichen Risiken kritisch und verzichteten auf die Einreichung eines Angebots.

Gemeinderat beurteilt Projektabbruch als sachgerecht

Die AEW konnte mit einem redimensionierten Konzept zunächst eine grundsätzliche Wirtschaftlichkeit aufzeigen. Die spätere Veränderung der Rahmenbedingungen beeinträchtigte diese Grundlage jedoch entscheidend.

Der Gemeinderat bedauert, dass Seewasser in Kilchberg nicht als nachhaltige Energiequelle für den geplanten Wärmeverbund genutzt werden kann. Gleichzeitig beurteilt er den Projektabbruch als sachgerecht und nachvollziehbar.

Nach Einschätzung des Gemeinderates lassen die Rahmenbedingungen in Kilchberg keine wirtschaftlich tragfähige Realisierung des Seewasser-Wärmeverbundes zu.

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