Messehalle der Powertage mit Ausstellenden und Fachpublikum aus der Schweizer Stromwirtschaft.
Die Powertage 2026 in Zürich zeigten Lösungen für Stromnetze, Digitalisierung, Versorgungssicherheit und die Umsetzung der Energiewende. zvg
Messen & Kongresse 23. Juni 2026 · 3 Min Lesezeit

Powertage Stromwirtschaft braucht mehr Tempo

Die Powertage in Zürich zeigen: Die Stromwirtschaft hat viele Lösungen, braucht aber mehr Koordination, Daten und Tempo.

Mit mehr als 2’000 Teilnehmenden und über 140 Ausstellenden sind die Powertage 2026 in Zürich erfolgreich zu Ende gegangen. Der Branchentreff machte sichtbar, dass die Transformation der Schweizer Stromwirtschaft nicht mehr primär an fehlenden technischen Lösungen scheitert. Entscheidend werden nun Koordination, Digitalisierung, regulatorische Klarheit, Investitionen und die Umsetzung konkreter Projekte.

Die Veranstaltung deckte die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette ab. Nationale Energiedienstleister, Industrieunternehmen, Technologie- und IT-Anbieter, Bildungs- und Forschungsinstitutionen sowie Start-ups präsentierten Lösungen für Energieerzeugung, Speicherung, Netzinfrastruktur, Handel, Vertrieb, Messwesen, Information Technology und Operational Technology.

Fünf Signale aus der Strombranche

  • Mehr als 2’000 Teilnehmende besuchten die Powertage 2026 in Zürich.
  • Über 140 Ausstellende zeigten Lösungen entlang der Strom-Wertschöpfungskette.
  • Koordination, Datenaustausch und Flexibilität wurden als zentrale Hebel genannt.
  • Digitalisierung und Echtzeitdaten verändern die Rolle der Verteilnetze.
  • Die nächsten Powertage finden vom 16. bis 18. Mai 2028 in Zürich statt.

Powertage zeigen Breite der Energiewende

Die beiden Ausstellungshallen zeigten, dass die Transformation des Stromsystems nicht an einer einzelnen Technologie hängt. Vielmehr braucht es ein abgestimmtes Zusammenspiel von Infrastruktur, Daten, Regulierung, Markt und Umsetzung. Sichtbar wurde auch die wachsende Bedeutung digitaler Anwendungen, intelligenter Netze und nachhaltiger Versorgungslösungen.

Die Transformation der Stromwirtschaft ist keine Zukunftsfrage mehr, sondern eine Umsetzungsaufgabe. An den Powertagen wurde deutlich, dass die Branche über viele Lösungen verfügt. Nun braucht es Koordination, verlässliche Rahmenbedingungen und Tempo bei konkreten Projekten
Corinne Thirion Exhibition Director, Powertage

VSE-Fachprogramm rückt Versorgungssicherheit ins Zentrum

Am 16. Juni 2026 stand unter dem Patronat des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) die Integration erneuerbarer Energien in das Schweizer Energiesystem im Fokus. Vertreter von Swissgrid, ElCom, BFE und Verteilnetzbetreibern diskutierten steigende Netzeingriffe zur Sicherung der Systemstabilität, die Entwicklung der Regelenergiemärkte und zunehmende regulatorische Anforderungen.

Als zentrale Hebel für die Transformation wurden der rasche Netzausbau, die Nutzung von Flexibilitäten, verbesserte Prognosen und ein intensiverer Datenaustausch identifiziert. Damit wurde deutlich, dass Versorgungssicherheit stärker von Koordination, Datenqualität und klaren Rahmenbedingungen abhängt.

Digitalisierung verändert die Verteilnetze

Der zweite Veranstaltungstag unter dem Patronat von Electrosuisse zeigte, wie Digitalisierung und dezentrale Erzeugung die Verteilnetze verändern. Neue Echtzeitdaten aus der Feldebene ermöglichen eine effizientere Netznutzung und schaffen die Grundlage für einen gezielten Netzausbau.

Praxisbeispiele aus verschiedenen Regionen der Schweiz verdeutlichten die wachsende Volatilität von Lastflüssen und Märkten. Auch alpine Photovoltaikanlagen wurden diskutiert. Sie bieten über der Nebelgrenze ein attraktives Winterstromprofil, stellen die Projektentwicklung aber vor Herausforderungen bei Anschlussleitungen, Schneehöhe und Windlast.

Projekte vor Ort werden zum Beschleuniger

Am dritten Veranstaltungstag rückte die Umsetzung konkreter Projekte in den Vordergrund. Die Diskussionen zeigten, dass die technologischen Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien vorhanden sind und bei Wind-, Wasser- und Solarenergie erhebliche Fortschritte erzielt wurden.

Entscheidend wird nun sein, erfolgreiche Projekte systematisch zu skalieren und Erkenntnisse breiter nutzbar zu machen. Dezentrale Lösungen, innovative Unternehmen und lokale Initiativen spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Gleichzeitig bleibt die Akzeptanz in Bevölkerung und Politik ein zentraler Faktor für das Umsetzungstempo.

Suisse Eole bringt Windenergie stärker in die Debatte

Mit der erstmaligen Zusammenarbeit mit Suisse Eole rückte die Windenergie an den Powertagen stärker ins Zentrum. Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Praxis diskutierten aktuelle Entwicklungen, erfolgreiche Projekte, regulatorische Hürden und die Bedeutung der Windkraft für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung.

Windenergie gehört ins Zentrum der Debatte um die Versorgungssicherheit, gerade weil sie den grössten Teil ihrer Produktion im Winterhalbjahr liefert. Die Branche ist bereit, Windprojekte umzusetzen und ihren Beitrag zu leisten.
Olivier Waldvogel Suisse Eole

Auch der Speakers Corner wurde nach dem Forum zum Treffpunkt für praxisnahe Lösungen. Ausstellende und Partner präsentierten in kompakten Kurzreferaten aktuelle Trends, neue Technologien und konkrete Projekte. Die nächsten Powertage finden vom 16. bis 18. Mai 2028 in Zürich statt.

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