Wallboxen in einer Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses werden über ein Energie-Management-System gesteuert.
Ein gemeinsames Energie-Management-System ermöglicht eine effiziente Steuerung von Ladepunkten in Mehrparteienhäusern. ©VDE
E-Mobilität 15. Juli 2026 · 2 Min Lesezeit

E-Auto zu Hause laden VDE FNN zeigt zwei Lösungen für Mehrparteienhäuser

Mit dem wachsenden Ausbau der Elektromobilität steigt auch der Bedarf an Lademöglichkeiten in Mehrfamilienhäusern. VDE FNN zeigt erstmals zwei konkrete Konzepte, mit denen sich die gesetzlichen Vorgaben zur netzorientierten Steuerung nach § 14a EnWG umsetzen lassen. Besonders empfohlen wird die Lösung «Teamwork», bei der ein gemeinsames Energie-Management-System den Netzanschluss optimal nutzt.

Immer mehr Mieterinnen und Mieter sowie Wohnungseigentümer möchten ihr Elektroauto direkt am eigenen Stellplatz laden. Gleichzeitig müssen Ladeeinrichtungen so geplant werden, dass sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und das Stromnetz auch bei hoher Auslastung stabil bleibt. Genau dafür hat VDE FNN zwei Umsetzungsvarianten für Mehrparteienhäuser entwickelt.

Im Mittelpunkt steht das Modell «Teamwork». Dabei werden sämtliche Ladepunkte über ein gemeinsames Energie-Management-System (EMS) gesteuert. Dieses verteilt die verfügbare Anschlussleistung automatisch auf die angeschlossenen Ladepunkte und weitere steuerbare Verbraucher. Dadurch kann der vorhandene Hausanschluss effizient genutzt werden. Zusätzliche Wallboxen oder weitere steuerbare Geräte lassen sich einfach integrieren.

Als Alternative beschreibt VDE FNN das Konzept «Jeder macht seins». Dabei verwaltet jeder Betreiber seine Wallbox selbst. Während diese Lösung ebenfalls den gesetzlichen Anforderungen entspricht, kann die verfügbare Leistung bei einer netzorientierten Steuerung nicht flexibel zwischen den Ladepunkten verteilt werden. Zudem müssen Hausanschlüsse und Elektroinstallationen für entsprechend hohe Leistungen ausgelegt werden.

Wichtigste Fakten

  • VDE FNN beschreibt erstmals zwei Lösungen für die netzorientierte Steuerung von Ladeeinrichtungen in Mehrparteienhäusern.
  • Das Modell «Teamwork» mit Energie-Management-System wird als bevorzugte Lösung empfohlen.
  • Das EMS nutzt den bestehenden Netzanschluss effizient und verteilt die verfügbare Leistung automatisch.
  • Die Alternative «Jeder macht seins» ermöglicht eine individuelle Verwaltung der Wallboxen, stellt jedoch höhere Anforderungen an den Hausanschluss.
  • Die Konzepte erleichtern die Planung und den Ausbau von Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern.

Nach Einschätzung von VDE FNN schafft der Hinweis insbesondere für Planer, Installateure und Betreiber mehr Klarheit bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen. Gleichzeitig soll der Ausbau privater Ladeinfrastruktur beschleunigt und die vorhandene Netzkapazität effizient genutzt werden. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zur Elektromobilität und zur sicheren Stromversorgung.

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