St.Gallen VBSG investieren 61 Millionen in Elektrobusse
Die Verkehrsbetriebe St.Gallen planen für CHF 61 Mio. die Beschaffung von 39 Elektrobussen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die Abstimmung folgt am 29. November.
Die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) wollen ihre Busflotte bis 2032 vollständig elektrifizieren. Mit der dritten Etappe der Flottenerneuerung sollen 39 neue Elektrobusse beschafft und die Ladeinfrastruktur im Depot erweitert werden. Die dafür vorgesehenen Investitionen belaufen sich auf CHF 61 Mio. Am 29. November 2026 entscheidet die Stimmbevölkerung der Stadt St.Gallen über den entsprechenden Kredit.
Bereits heute erbringen die VBSG rund 75 Prozent ihrer Transportleistung mit elektrischer Energie. Von den insgesamt 85 Fahrzeugen sind noch 29 Dieselbusse im Einsatz. Die vollständige Elektrifizierung soll den CO₂-Ausstoss deutlich reduzieren und gleichzeitig den Betrieb wirtschaftlicher gestalten.
VBSG-Flottenerneuerung: Die wichtigsten Zahlen
- Investitionsvolumen: CHF 61 Mio. exklusive MWST
- Beschaffung von 39 neuen Elektrobussen
- Vollständig elektrischer Linienbetrieb bis 2032 geplant
- Reduktion der jährlichen CO₂-Emissionen um rund 85 Prozent
- CO₂-Einsparung der dritten Etappe: rund 12'300 Tonnen über die gesamte Nutzungsdauer
- Volksabstimmung am 29. November 2026
VBSG beschaffen 39 Elektrobusse für vier Fahrzeugtypen
Die dritte Etappe umfasst die Beschaffung von drei Standard-Batteriebussen mit einer Länge von 12 Metern, zehn Gelenk-Batteriebussen mit 18 Metern, sechs Gelenk-Batterietrolleybussen mit 18 Metern sowie 20 Doppelgelenk-Batterietrolleybussen mit 25 Metern Länge.
Die neuen Batteriebusse ersetzen Dieselbusse, die das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Die Batterietrolleybusse dienen dem Ersatz älterer Trolleybusse aus den Jahren 2008 und 2009. Dank ihrer Batterien können sie auch längere Strecken ohne Fahrleitung zurücklegen. Zusätzliche Fahrleitungsausbauten sind deshalb in der dritten Etappe nicht vorgesehen.
Gleichzeitig soll die Flotte von derzeit neun auf vier standardisierte Fahrzeugtypen vereinheitlicht werden. Damit wollen die VBSG die Wartung, Ersatzteillogistik und Betriebsführung vereinfachen. Die Gelenk-Batteriebusse ermöglichen bei entsprechender Entwicklung der Fahrgastzahlen und nach notwendigen baulichen Anpassungen auch einen elektrischen Betrieb der Linie 12.
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CHF 61 Millionen für Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur
Der geplante Brutto-Investitionsbedarf beträgt CHF 61 Mio. exklusive MWST. Den grössten Anteil machen die 20 Doppelgelenk-Batterietrolleybusse mit CHF 30 Mio. aus. Für die zehn Gelenk-Batteriebusse sind weitere CHF 13 Mio. vorgesehen.
Die sechs Gelenk-Batterietrolleybusse kosten gemäss Investitionsplanung CHF 7.80 Mio. Für die drei Standard-Batteriebusse sind CHF 3 Mio. budgetiert. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Einstellhalle schlägt mit CHF 1.30 Mio. zu Buche. Zusätzlich ist eine Reserve von CHF 5.90 Mio. eingeplant.
Die Finanzierung von Betriebskosten und Investitionen erfolgt im Wesentlichen über Verkehrserträge sowie Abgeltungen der Besteller. Gegenwärtig decken Verkehrs- und Nebenerlöse rund 70 Prozent der Betriebskosten einschliesslich Abschreibungen für Fahrzeuge und Infrastruktur. Die verbleibenden Kosten werden im Rahmen des kantonalen Finanzierungsmodells getragen.
Elektrobusse senken CO₂-Emissionen um 85 Prozent
Mit der vollständigen Elektrifizierung wollen die VBSG ihre jährlichen CO₂-Emissionen von 1'597 Tonnen im Jahr 2025 auf rund 247 Tonnen reduzieren. Dies entspricht einer Abnahme um rund 85 Prozent. Die Berechnung berücksichtigt die direkten Emissionen sowie die indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie gemäss Scope 1 und Scope 2.
Allein durch die dritte Etappe sollen über die gesamte Nutzungsdauer der Fahrzeuge rund 12'300 Tonnen CO₂ eingespart werden. Gleichzeitig reduziert der Einsatz elektrischer Antriebe die Lärmbelastung entlang der Buslinien.
Die Elektrifizierung ist Bestandteil des Energiekonzepts 2050 der Stadt St.Gallen. Die VBSG verfolgen dabei ihre Fahrzeugstrategie e3 mit den Schwerpunkten Energieeffizienz, Emissionsreduktion und erneuerbare Energie.
VBSG verzeichnen steigende Fahrgastzahlen
Die geplante Flottenerneuerung berücksichtigt auch die wachsende Nachfrage im öffentlichen Verkehr. Im Jahr 2025 transportierten die VBSG rund 32.74 Mio. Fahrgäste. Gegenüber den 31.53 Mio. Fahrgästen im Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von rund 3.8 Prozent.
Die jährliche Fahrleistung beträgt rund 4.80 Mio. Kilometer. Insgesamt bedienen die VBSG 360 Haltestellen und beschäftigen 336 Mitarbeitende. Die Stadt St.Gallen rechnet gemäss ihrem Mobilitätskonzept 2040 mit weiter steigenden Mobilitätsbedürfnissen.
Deshalb sollen künftig verstärkt Fahrzeuge mit höherer Transportkapazität eingesetzt werden. Auch Taktverdichtungen auf ausgewählten Linien sind vorgesehen. Die neuen Doppelgelenk-Batterietrolleybusse sollen insbesondere auf den Linien 1 bis 4 eingesetzt werden.
St.Gallen entscheidet am 29. November über die Busflotte
Die Elektrifizierung der VBSG-Flotte erfolgt in drei Etappen. Die erste Etappe wurde am 25. November 2018 an der Urne genehmigt und ist bereits abgeschlossen. Die zweite Etappe wurde am 27. September 2021 bewilligt und soll bis 2028 umgesetzt sein.
Am 26. Mai 2026 stimmte eine grosse Mehrheit des Stadtparlaments der dritten Etappe zu. Der Stadtrat empfiehlt den Stimmberechtigten, den Kredit über CHF 61 Mio. anzunehmen. Die Volksabstimmung findet am 29. November 2026 statt.
Bei einer Annahme der Vorlage werden die neuen Fahrzeuge gestaffelt beschafft und bis 2032 in Betrieb genommen. Parallel dazu wird die Ladeinfrastruktur im Depot ausgebaut. Damit soll die vollständige Umstellung des VBSG-Linienbetriebs auf elektrische Antriebe abgeschlossen werden.



