Axpo und das BFE haben den Vertrag für das geplante Reservekraftwerk Muttenz unterzeichnet. Die 291-MW-Anlage soll im Notfall Strom für rund 600’000 Haushalte liefern und könnte ab Winter 2030/31 bereitstehen. Betrieb mit HVO-Biodiesel, später eMethanol möglich.
Axpo und das BFE haben den Vertrag für das geplante Reservekraftwerk Muttenz unterzeichnet. Die 291-MW-Anlage soll im Notfall Strom für rund 600’000 Haushalte liefern und könnte ab Winter 2030/31 bereitstehen. Betrieb mit HVO-Biodiesel, später eMethanol möglich.
Strategie 12. Juni 2026 · 2 Min Lesezeit

Axpo Reservekraftwerk Muttenz erreicht Etappenziel

Axpo und das BFE starten das Bewilligungsverfahren für das Reservekraftwerk Muttenz. Die Anlage soll die Winterreserve stärken.

Axpo und das Bundesamt für Energie (BFE) haben den Vertrag für das geplante Reservekraftwerk in Muttenz unterzeichnet. Damit kann das Bewilligungsverfahren für die Anlage im Kanton Basel-Landschaft gestartet werden.

Das Projekt ist Teil der Massnahmen des Bundes zur Stärkung der Versorgungssicherheit in der Schweiz. Das Reservekraftwerk soll nur in akuten Stromversorgungsengpässen zum Einsatz kommen und ab Winter 2030/31 potenziell bereitstehen.

Reservekraftwerk Muttenz soll 291 MW bereitstellen

Das geplante Reservekraftwerk in Muttenz ist mit einer installierten Leistung von 291 MW das grösste der vorgesehenen Reservekraftwerke. Im Notfall könnte die Anlage so viel Strom produzieren, wie dem Strombedarf von rund 600’000 Haushalten entspricht.

Grossflächige und länger andauernde Stromausfälle können erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft, Bevölkerung und kritische Infrastrukturen haben. Der Bund setzt deshalb neben weiteren Massnahmen auch auf Reservekraftwerke für ausserordentliche Mangellagen.

Axpo hatte den Zuschlag des BFE im Mai 2025 erhalten. Mit der Vertragsunterzeichnung kann das Unternehmen die weiteren Planungsschritte auslösen und die Unterlagen für das kantonale Verfahren vorbereiten.

Reservekraftwerk Muttenz stärkt die Notfallvorsorge

  • Geplante installierte Leistung: 291 MW.
  • Stromproduktion im Notfall für rund 600’000 Haushalte.
  • Projektunterlagen sollen bis Ende 2026 beim Kanton Basel-Landschaft eingereicht werden.
  • Eine Inbetriebnahme ist ab Winter 2030/31 möglich.

Axpo reicht Projektunterlagen bis Ende 2026 ein

Axpo wird die Projektunterlagen bis Ende 2026 finalisieren und beim Kanton Basel-Landschaft einreichen. Anschliessend ist die öffentliche Auflage vorgesehen.

Die Anlage wird als Reservekraftwerk für Strommangellagen konzipiert. Sie unterscheidet sich damit von Kraftwerken, die regulär am Energiemarkt eingesetzt würden.

Der Einsatz würde nur im Notfall erfolgen und durch den Bund ausgelöst. Die erwartete Anzahl Betriebsstunden bleibt entsprechend gering, wenn der Ausbau der Stromproduktion im Winter ausreichend vorankommt.

HVO-Biodiesel und eMethanol prägen das Brennstoffkonzept

Axpo plant den Betrieb des Reservekraftwerks mit CO2-neutralen Energieträgern. Als Brennstoff ist in der Schweiz anerkannter HVO-Biodiesel vorgesehen.

HVO steht für «Hydrotreated Vegetable Oil». Der synthetische Dieselkraftstoff wird aus rezyklierten pflanzlichen Ölen oder tierischen Fetten hergestellt, etwa aus gebrauchten Speiseölen oder Schlachtabfällen.

In einer zweiten Phase kann das Kraftwerk auf den wasserstoffbasierten Brennstoff eMethanol umgestellt werden. Voraussetzung ist, dass eMethanol in ausreichender Menge verfügbar ist und der Bund den entsprechenden Entscheid fällt.

Winterstromproduktion bleibt strategisch entscheidend

Das Reservekraftwerk in Muttenz ist ein Instrument der Notfallvorsorge. Damit es möglichst selten zum Einsatz kommt, verweist Axpo auf den notwendigen Ausbau der Winterstromproduktion in der Schweiz.

Besonders relevant wird dieser Ausbau mit Blick auf die künftige altersbedingte Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke. Nach den Angaben von Axpo beginnt dieser Prozess mit dem Kernkraftwerk Beznau im Jahr 2033.

Axpo hält zudem fest, dass zusätzliche Gaskraftwerke ab 2035 einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten könnten. Im Unterschied zum Reservekraftwerk Muttenz wären solche Anlagen im Energiemarkt positioniert.

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