Windkraft liefert wichtigen Winterstrom. Axpo und eine breite Allianz stellen sich gegen die «Waldschutz-Initiative» und die «Gemeindeschutz-Initiative». Der Bundesrat empfiehlt beide Vorlagen zur Ablehnung.
Windkraft liefert wichtigen Winterstrom. Axpo und eine breite Allianz stellen sich gegen die «Waldschutz-Initiative» und die «Gemeindeschutz-Initiative». Der Bundesrat empfiehlt beide Vorlagen zur Ablehnung.
Studien 12. Juni 2026 · Akt. 7. August 2026 · 4 Min Lesezeit

Axpo Allianz verteidigt Windkraft

Axpo stellt sich gegen zwei Wind-Initiativen, weil diese den Winterstrom schwächen und die Versorgungssicherheit der Schweiz belasten würden.

Axpo hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Energiewirtschaft, Branchenverbänden und Umweltorganisationen eine Allianz gegen die «Waldschutz-Initiative» und die «Gemeindeschutz-Initiative» gegründet. Ziel ist es, den beiden Vorlagen mit Fakten entgegenzutreten. Aus Sicht von Axpo würden die Initiativen den Ausbau der Windenergie in der Schweiz massiv einschränken.

Der Bundesrat empfiehlt beide Initiativen ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. Er warnt insbesondere bei der Waldschutz-Initiative vor einem «faktischen Technologieverbot». Für die Energiebranche ist die Debatte strategisch relevant, weil Windkraft einen wichtigen Beitrag zur Stromproduktion im Winterhalbjahr leisten kann.

Windkraft liefert wichtigen Winterstrom für die Schweiz

Für eine zuverlässige, bezahlbare und emissionsarme Stromversorgung braucht die Schweiz einen ausgewogenen Mix verschiedener Technologien. Windenergie spielt dabei eine besondere Rolle, weil sie den grössten Teil ihres Stroms im Winterhalbjahr produziert. Damit ergänzt sie insbesondere die Solarenergie, deren Ertrag im Sommerhalbjahr deutlich höher ist.

Axpo verweist darauf, dass die Schweiz ihre Energieversorgung im Winter stärker mit einheimischer Produktion absichern muss. Die beiden Initiativen würden einen grossen Teil dieses Potenzials blockieren. Damit wäre nicht nur der Ausbau einzelner Windparks betroffen, sondern auch ein Baustein für die Versorgungssicherheit der Schweiz.

Die Axpo Energy Reports zeigen laut Unternehmen, dass keines der Szenarien für eine sichere Schweizer Stromversorgung ohne Windenergie auskommt. Der Ausbau der Windkraft bleibt damit ein energiepolitisches Thema mit hoher Relevanz für Netzbetreiber, Energieversorger und die gesamte Stromwirtschaft.

Wind-Initiativen würden Winterstrom blockieren

  • Axpo hat mit Branchenverbänden, Energiewirtschaft und Umweltorganisationen eine Allianz gegen die beiden Initiativen gegründet.
  • Der Bundesrat empfiehlt die «Waldschutz-Initiative» und die «Gemeindeschutz-Initiative» ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung.
  • Die Waldschutz-Initiative würde laut Axpo rund 85 Prozent der geplanten Windräder verhindern.
  • Windenergie produziert einen grossen Teil ihres Stroms im Winterhalbjahr und ergänzt die Solarenergie.

Bundesrat sieht kein zusätzliches Schutzniveau für den Wald

Beim Waldschutz verweist der Bundesrat darauf, dass das Waldgesetz bereits heute einen umfassenden Schutz bietet. Windenergie ist in den wertvollsten Waldzonen ohnehin ausgeschlossen. Diese Regelung wurde mit der Annahme des Stromgesetzes 2024 gesetzlich verankert.

Die Waldschutz-Initiative würde aus Sicht von Axpo keinen zusätzlichen Schutz schaffen, aber den Ausbau der Windenergie stark erschweren. Die verlangte Abstandsklausel von 150 Metern würde laut Unternehmen rund 85 Prozent der geplanten Windräder verhindern. Damit würde die Initiative in der Praxis zu einem weitgehenden Technologieverbot führen.

Axpo betont zudem, dass Windenergie auch bei einem ambitionierten Ausbau bis 2050 nur Waldflächen im tiefen Promille-Bereich der gesamten Schweizer Waldfläche beanspruchen würde. Gleichzeitig wächst die Waldfläche gemäss Bundesamt für Umwelt um rund 0.2 Prozent pro Jahr. Aus Sicht des Unternehmens ist der Wald damit ausreichend geschützt.

Keines unserer Szenarien für eine sichere Schweizer Stromversorgung kommt ohne Wind aus. Die Schweiz hat 2024 Ja zum Stromgesetz mit Windkraft gesagt – diese Initiativen sagen Nein dazu, indem sie einen unverzichtbaren Baustein faktisch streichen.
Cédric Aubert Leiter Windportfolio Schweiz, Axpo

Gemeindeschutz-Initiative schafft Rechtsunsicherheit

Auch die «Gemeindeschutz-Initiative» wird vom Bundesrat zur Ablehnung empfohlen. Die Mitsprache der Gemeinden sei bereits heute gewährleistet. Ein verfassungsmässiges Vetorecht, wie es die Initiative verlangt, existiert bei keiner anderen Infrastruktur in der Schweiz.

Kritisch beurteilt werden auch die Rückwirkungsklauseln beider Initiativen. Sie verlangen den Rückbau aller Anlagen, die nach dem 1. Mai 2024 errichtet wurden. Die Kosten müssten die Ersteller tragen.

Für Projektentwickler, Energieversorger und Investoren würde dies erhebliche Rechtsunsicherheit schaffen. Axpo sieht darin einen Eingriff in die verfassungsrechtlich garantierte Eigentumsfreiheit und ein Risiko für künftige Investitionen in die Energieinfrastruktur.

Umweltorganisationen lehnen beide Wind-Initiativen ab

Der neu gegründete Verein gegen die beiden Initiativen wird von Fabienne Thomas, Co-Geschäftsleiterin der aeesuisse, und Jan Flückiger, Leiter Public Affairs beim Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), präsidiert. Die Allianz umfasst Vertreterinnen und Vertreter aus der Energiewirtschaft, Branchenverbänden und Umweltorganisationen.

Auch alle Mitglieder der Umweltallianz lehnen beide Volksinitiativen ab. Dazu gehören BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, die Schweizerische Energie-Stiftung, der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und WWF Schweiz. Sie argumentieren, dass die Volksbegehren den naturverträglichen Ausbau der Windenergie stark einschränken würden.

Aus Sicht der Umweltorganisationen gefährden die Initiativen damit nicht nur Energieprojekte, sondern auch die Klima- und Energieziele der Schweiz. Die Debatte zeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin eine sorgfältige Abwägung zwischen Versorgungssicherheit, Naturverträglichkeit und regionaler Akzeptanz verlangt.

Axpo setzt auf Prüfung statt pauschale Blockade

Axpo betont, dass jedes Windenergieprojekt einen mehrjährigen Prüfprozess durchläuft. Dazu gehören Windmessungen, Umwelt- und Naturverträglichkeitsabklärungen sowie Analysen zu Landschaftsbild, Lärm und weiteren Auswirkungen. Zusätzlich sucht das Unternehmen frühzeitig den Dialog mit Gemeinden, Behörden, Grundeigentümern, Umweltorganisationen und der betroffenen Bevölkerung.

Nicht jeder Standort eignet sich für Windenergie. Axpo hält fest, dass Projekte nur dort realisiert werden sollen, wo Energieertrag, Umweltverträglichkeit und regionale Akzeptanz gegeben sind. Wo diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, werde nicht gebaut.

Damit stellt das Unternehmen den verantwortungsvollen Ausbau der Windkraft einer pauschalen Blockade gegenüber. Für Axpo bleibt Windenergie ein wichtiger Beitrag zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung der Schweiz.

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