UVEK senkt WACC für Stromnetze auf 3.28 Prozent

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat den Zinssatz zur Berechnung der Kapitalrendite für Investitionen in Stromnetze und erneuerbare Energien erneut gesenkt. Für das Tarifjahr 2027 beträgt der Weighted Average Cost of Capital (WACC) für Stromnetze 3.28 Prozent.

Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) kritisiert diesen Entscheid scharf. Mit der erneuten Senkung würden der Energiewende gegenüber dem Tarifjahr 2026 nochmals über CHF 30 Mio. entzogen. Seit der Einführung der neuen WACC-Methodik im Jahr 2025 summiere sich der Effekt laut Verband auf rund CHF 180 Mio.

Investitionen von CHF 1’500 Milliarden bis 2050 nötig

Gemäss Bundesamt für Energie (BFE) sind bis 2050 Investitionen von rund CHF 1’500 Mrd. erforderlich, um den Umbau des Energiesystems zu realisieren. Dazu zählen insbesondere der Ausbau und die Erneuerung der Stromnetze sowie Investitionen in Produktionsanlagen für erneuerbare Energien.

Der VSE sieht durch die neue WACC-Methodik die Stabilität der Rahmenbedingungen gefährdet. Eine stabile und wettbewerbsfähige Kapitalrendite sei der massgebliche Faktor für Investoren und entscheidend für die langfristige Investitionssicherheit.

Auch Förderinstrumente für erneuerbare Energien betroffen

Die Senkung wirkt sich auch auf die Förderinstrumente für erneuerbare Energien aus. Der WACC für Wasserkraft- sowie Photovoltaikanlagen sinkt um rund 0.8 Prozentpunkte.

Der Verband warnt, dass kurzfristige Einsparungen bei den Netztarifen in keinem Verhältnis zu möglichen Folgekosten stünden. Fehlende Investitionen könnten Versorgungsengpässe und staatliche Notmassnahmen erforderlich machen.

WACC 2027 und Investitionswirkung

  • WACC Stromnetze 2027: 3.28 %
  • Über CHF 30 Mio. zusätzliche Reduktion gegenüber 2026
  • Rund CHF 180 Mio. kumulierter Effekt seit 2025
  • Investitionsbedarf bis 2050: CHF 1’500 Mrd.