
KWO Berner EVU fordern mehr Beteiligung
Ein Konsortium bernischer Energieversorger fordert eine stärkere Beteiligung an der Kraftwerke Oberhasli AG. Ziel ist mehr Einfluss auf Wasserkraft und Versorgungssicherheit.
Konsortium EVU Bern fordert stärkere Beteiligung an der KWO
Die Wassernutzungskonzessionen der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) laufen im Jahr 2042 aus und müssen erneuert werden. Vor diesem Hintergrund fordert das Konsortium EVU Bern eine stärkere Beteiligung der regionalen Energieversorger an der Betreiberin der grossen Wasserkraftwerke im Grimselgebiet.
Heute befinden sich die Aktien der KWO im Eigentum der BKW, von Energie Wasser Bern (ewb), der Industriellen Werke Basel sowie der Stadt Zürich. Ein grosser Teil der Bevölkerung im Kanton Bern ist dadurch nicht direkt über die regionalen Energieversorger an der Stromproduktion beteiligt.
Das Konsortium EVU Bern will diese Situation ändern und strebt eine breiter abgestützte Eigentümerstruktur an.
Geplante Beteiligungsgesellschaft für bernische Energieversorger
Vorgesehen ist die Gründung einer gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft unter dem Namen EVU Bern AG. Über diese Gesellschaft sollen interessierte Energieversorger aus dem gesamten Kanton Bern Anteile an der Kraftwerke Oberhasli AG erwerben können.
In der überarbeiteten Konzessionsstrategie soll festgehalten werden, dass weitere bernische Energieversorgungsunternehmen über diese Struktur eine Beteiligung von fünf bis zehn Prozent an der KWO erwerben können.
Damit soll eine langfristige und mehrheitlich bernische Lösung für die Eigentümerstruktur der Wasserkraftwerke im Grimselgebiet ermöglicht werden.
Wasserkraft soll Versorgungssicherheit stärken
Ein zentrales Ziel der erweiterten Beteiligung ist der direkte Zugang zu flexibler Wasserkraft und zu den grossen Speicherkapazitäten der Anlagen im Haslital. Diese gelten als wichtige Elemente für die Stabilität des Schweizer Stromsystems.
Gleichzeitig sollen die Einnahmen aus der bernischen Wasserkraft stärker im Kanton verbleiben und damit die regionale Wertschöpfung sichern.
Die geplanten Beteiligungen sollen zudem die politische und gesellschaftliche Unterstützung für zukünftige Ausbauprojekte der KWO stärken. Dazu gehören unter anderem Projekte im Grimselgebiet wie die Triftstaumauer oder Erweiterungen bestehender Speicheranlagen.
Ziele des Konsortiums EVU Bern
- 5 bis 10 Prozent Beteiligung bernischer Energieversorger an der Kraftwerke Oberhasli AG
- Breitere Eigentümerbasis für Wasserkraftwerke im Grimselgebiet
- Direkter Zugang zu flexibler Wasserkraft und Speicherkapazitäten
- Stärkung der regionalen Wertschöpfung im Kanton Bern
- Mehr politische Unterstützung für zukünftige Wasserkraftprojekte
Konsortium vereint 13 Energieversorger
Das Konsortium EVU Bern vereint derzeit 13 Energieversorgungsunternehmen aus dem gesamten Kanton Bern. Dazu gehören unter anderem Energie Meiringen, Energie Service Biel/Bienne, Elektra Jegenstorf, Gemeindebetriebe Brienz, Energie Interlaken sowie NetZulg AG.
Die beteiligten Unternehmen versorgen gemeinsam mehr als 180'000 Endkundinnen und Endkunden. Die konsolidierte Bilanzsumme liegt bei über 1.65 Milliarden Franken. Das Eigenkapital übersteigt eine Milliarde Franken.
Mit der geforderten Anpassung der Konzessionsstrategie soll die Position der bernischen Energieversorger im Wasserkraftsystem langfristig gestärkt werden.
