
Swissolar Bereits rund 1'800 LEG in der Schweiz
Lokale Elektrizitätsgemeinschaften sind rasch gestartet. Swissolar rechnet nach dem ersten Halbjahr schweizweit mit rund 1'860 LEG.
Seit Anfang 2026 können in der Schweiz lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) umgesetzt werden. Bereits im ersten Halbjahr wurden über eine Erhebung von Swissolar bei den 30 grössten Schweizer Verteilnetzbetreibern sowie über Daten des LEGhub insgesamt 1'323 Gemeinschaften erfasst.
Die berücksichtigten Netzgebiete decken zusammen rund 71 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab. Hochgerechnet auf die gesamte Schweiz ergibt sich daraus ein Bestand von rund 1'860 LEG per Ende Juni 2026.
LEG nach dem ersten Halbjahr 2026
- 1'323 lokale Elektrizitätsgemeinschaften wurden direkt erfasst.
- Die berücksichtigten Netzgebiete decken rund 71 Prozent der Bevölkerung ab.
- Swissolar rechnet schweizweit mit rund 1'860 LEG.
- Eine LEG zählt im Durchschnitt rund 7.2 Teilnehmende oder Anschlüsse.
LEG verbreiten sich regional sehr unterschiedlich
Die Verbreitung der lokalen Elektrizitätsgemeinschaften unterscheidet sich deutlich zwischen den Regionen. Während in einzelnen Netzgebieten bereits zahlreiche LEG umgesetzt wurden, bestehen andernorts noch keine entsprechenden Projekte.
Swissolar nennt als mögliche Gründe neben einer unterschiedlichen Nachfrage auch die Prozesse, IT-Systeme und Angebote der jeweiligen Verteilnetzbetreiber. Damit hängt die praktische Verbreitung des neuen Modells nicht allein vom Interesse der Kundschaft ab.
Die ersten Zahlen zeigen gleichzeitig, dass sich LEG innerhalb kurzer Zeit als neues Modell für die lokale Nutzung und Vermarktung von Strom etabliert haben. Wie stark sich die Zahl der Gemeinschaften weiterentwickelt, dürfte auch von den konkreten Rahmenbedingungen in den einzelnen Netzgebieten abhängen.
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Gemeinschaften zählen im Durchschnitt 7.2 Teilnehmende
Die lokalen Elektrizitätsgemeinschaften sind überwiegend klein, weisen aber grosse Unterschiede auf. Über alle erhobenen Daten hinweg liegt die durchschnittliche Grösse bei rund 7.2 Teilnehmenden beziehungsweise Anschlüssen pro LEG.
Je nach Region reicht der Durchschnitt von drei bis 29 Teilnehmenden. Damit entstehen sowohl kleine Gemeinschaften zwischen wenigen Nachbarschaften als auch deutlich grössere Zusammenschlüsse.
Die Zahlen zeigen damit bereits im ersten Halbjahr eine grosse Bandbreite möglicher LEG-Modelle. Ein einheitliches Grössen- oder Organisationsmodell zeichnet sich gemäss der Erhebung nicht ab.
22 Prozent der LEG-Teilnehmenden produzieren Strom
Rund 78 Prozent der erfassten Teilnehmenden beziehen innerhalb ihrer LEG ausschliesslich Strom. Weitere 9 Prozent produzieren ausschliesslich Strom, während 13 Prozent als Prosumer sowohl Strom produzieren als auch verbrauchen.
Damit produzieren insgesamt rund 22 Prozent der Teilnehmenden selbst erneuerbaren Strom. Ein einzelner LEG-Teilnehmer kann dabei mehrere Produktionsanlagen oder Verbrauchsstellen umfassen.
Das Zusammenspiel zwischen Produktion und Verbrauch ist ein wesentliches Element der lokalen Elektrizitätsgemeinschaften. Lokal erzeugter Strom kann innerhalb der Gemeinschaft verkauft und möglichst direkt vor Ort genutzt werden.
Swissolar fordert weniger regulatorische Hürden für LEG
Trotz des schnellen Starts sieht Swissolar weiterhin regulatorische und praktische Hindernisse. Der Verband fordert insbesondere, das gesetzlich vorgesehene Potenzial beim Rabatt auf die Netznutzung vollständig auszuschöpfen und unnötige Einführungs- und Mutationsgebühren zu vermeiden.
Weiter soll nach den Vorstellungen von Swissolar eine Stromlieferung innerhalb einer LEG auch zwischen den Netzebenen 5 und 7 sowie gemeindeübergreifend ermöglicht werden. Mehrere aktuelle parlamentarische Vorstösse greifen entsprechende Anliegen auf.
Swissolar sieht in einer Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen Potenzial für eine stärkere Nutzung lokal erzeugter erneuerbarer Energie.
«Werden die bestehenden regulatorischen Hürden abgebaut und die gesetzlichen Möglichkeiten besser ausgeschöpft, können LEG noch deutlich attraktiver werden und einen noch grösseren Beitrag zur effizienten Nutzung von erneuerbarem Strom leisten.»
Plattform erklärt LEG, ZEV und vZEV
Für die praktische Umsetzung lokaler Strommodelle steht die Plattform lokalerstrom.ch zur Verfügung. Das Angebot von EnergieSchweiz, Swissolar und dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) richtet sich unter anderem an Haushalte, Fachpersonen, Gemeinden und Energieversorger.
Die Plattform vermittelt Informationen zu lokalen Elektrizitätsgemeinschaften, Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV) und virtuellen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (vZEV). Ergänzend stehen Tools und Vorlagen für die Umsetzung zur Verfügung.
Wie sich die LEG in den kommenden Monaten weiterverbreiten und welche Modelle sich besonders bewähren, wird sich mit zunehmender Praxiserfahrung zeigen. Die erste Erhebung von Swissolar liefert dafür einen Ausgangspunkt nach sechs Monaten Betrieb.



