Messen & Kongresse 7. November 2025 · Akt. 3. November 2026 · 3 Min Lesezeit

19. DSV-Forum Stromabkommen, Regulierung und Energiewende im Fokus

Das 19. DSV-Forum vom 7. November 2025 in Suhr widmete sich den zentralen Herausforderungen der Schweizer Verteilnetzbetreiber. Im Mittelpunkt des Programms standen das Stromabkommen mit der EU, regulatorische Entwicklungen, die Integration erneuerbarer Energien und neue Lösungen für intelligente Stromnetze.

Der Dachverband Schweizer Verteilnetzbetreiber (DSV) organisierte am 7. November 2025 sein 19. DSV-Forum im Kultur- und Kongresszentrum Bärenmatte in Suhr. Die Fachtagung bot Vertreterinnen und Vertretern der Energiebranche eine Plattform für den Austausch über aktuelle politische, regulatorische und technische Entwicklungen.

Die Veranstaltung stand im Zeichen der sich rasch verändernden Rahmenbedingungen für die Schweizer Stromversorgung. Nach dem Inkrafttreten des Mantelerlasses stellt insbesondere das geplante Stromabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union die Branche vor neue Fragen.

19. DSV-Forum im Überblick

  • Datum: Freitag, 7. November 2025
  • Ort: Kultur- und Kongresszentrum Bärenmatte, Suhr
  • Veranstalter: Dachverband Schweizer Verteilnetzbetreiber (DSV)
  • Schwerpunkte: Stromabkommen Schweiz–EU, Regulierung, Solarstrom, SmartGridready und Energiegemeinschaften
  • Referierende: Vertreter aus Regulierung, Politik, Energiehandel und Netzbetrieb

Stromabkommen Schweiz–EU und regulatorische Entwicklungen

Ein zentraler Programmpunkt war das ausgehandelte Stromabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Dieses könnte die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Schweizer Netzbetreiber und Energieversorger wesentlich verändern.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion beschäftigten sich Dr. Urs Meister, Jürg Grossen und DSV-Präsident Beat Gassmann mit den möglichen Auswirkungen des Stromabkommens. Moderiert wurde die Diskussion von Rolf Schmid, Senior Advisor und Partner bei TEAG Advisors AG.

Weitere regulatorische Perspektiven vermittelte Dr. Urs Meister im Referat «Aktuelles vom Regulator». Dabei standen die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Schweizer Strommarktregulierung auf dem Programm.

Dialog mit dem neuen VSE-Präsidenten Martin Schwab

Ein weiterer Schwerpunkt des Forums war der Dialog mit Martin Schwab, dem neuen Präsidenten des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE).

Der Austausch zwischen dem VSE und dem DSV ist angesichts der zahlreichen regulatorischen Veränderungen von besonderer Bedeutung. Verteilnetzbetreiber müssen neue gesetzliche Anforderungen umsetzen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Weiterentwicklung ihrer Netzinfrastruktur gewährleisten.

Solarstrom stellt Energiehandel vor neue Herausforderungen

Die zunehmende Einspeisung von Photovoltaikanlagen verändert die Anforderungen an den Stromhandel und die Bewirtschaftung von Energieportfolios.

Thomas Stadler von Alpiq widmete sich in seinem Referat «Solarstrom – Fluch oder Segen für Energiehändler?» den Herausforderungen durch kurzfristige Prognoseänderungen, negative Strompreise und unterschiedliche Kundenerwartungen.

Die Integration wachsender Mengen erneuerbarer Energie erfordert eine engere Abstimmung zwischen Produktion, Verbrauch, Energiehandel und Netzbetrieb. Gleichzeitig gewinnen präzisere Prognosen und flexible Lösungen an Bedeutung.

SmartGridready: Standardisierte Kommunikation zwischen Stromnetz und Gebäude

Die Digitalisierung der Stromnetze bildete einen weiteren Schwerpunkt des Forums. Jürg Grossen, Präsident des Vereins SmartGridready, stellte die Entwicklung eines anerkannten Labels für die Kommunikation zwischen Stromnetz und Gebäude vor.

Mit SmartGridready sollen gemeinsame Grundlagen für die technische Kommunikation geschaffen werden. Solche Standards können die Integration von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Batteriespeichern und weiteren steuerbaren Verbrauchseinrichtungen erleichtern.

Für Verteilnetzbetreiber sind standardisierte Schnittstellen eine wichtige Voraussetzung, um die zunehmende Dezentralisierung der Energieversorgung effizient zu bewältigen.

Energiegemeinschaften: Erfahrungen aus Österreich

Ein Blick über die Landesgrenzen richtete sich auf die Bürgerenergiegemeinschaften in Österreich. Stefan Kaufmann, Spezialist für Energiegemeinschaften bei der Vorarlberger Energienetze GmbH, stellte die österreichischen Erfahrungen vor.

Die dortigen Bürgerenergiegemeinschaften weisen Parallelen zu den Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) in der Schweiz auf.

Im Zentrum standen die Etablierung dieser Gemeinschaften und ihre regulatorische Ausgestaltung. Die Erfahrungen aus Österreich bieten wichtige Anhaltspunkte für die Umsetzung vergleichbarer Modelle in der Schweiz.

Aktuelle politische Geschäfte und Ausblick

Jeanine Glarner, Geschäftsführerin des DSV, informierte gemäss Programm über aktuelle politische Geschäfte mit Bedeutung für die Schweizer Verteilnetzbetreiber.

Den Abschluss des fachlichen Programms bildeten das Fazit und der Ausblick von DSV-Präsident Beat Gassmann. Anschliessend bot ein Apéro Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung innerhalb der Branche.

Das Programm des 19. DSV-Forums verdeutlichte die Bandbreite der Herausforderungen für Schweizer Verteilnetzbetreiber. Neben der Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben gewinnen die Integration erneuerbarer Energien, die Digitalisierung und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Marktakteuren zunehmend an Bedeutung.

Weitere Informationen: 19. DSV-Forum – Programm und Veranstaltungsinformationen

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