
VAS bündelt zentrale Energiethemen im Juli
Der VAS informiert über Effizienzziele, Messdatenqualität, Stromtarife, Netzausbau, Ladeinfrastruktur und Versorgungssicherheit.

Der Newsletter des Verbands Aargauischer Stromversorger (VAS) fasst aktuelle regulatorische, politische und technische Entwicklungen der Schweizer Energiebranche zusammen. Im Fokus stehen neue Anforderungen an Energieversorger und Verteilnetzbetreiber sowie laufende Gesetzgebungs- und Regulierungsvorhaben.
Energielieferanten setzen gesetzliche Effizienzziele um
Auf der Plattform PerseptivE des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) erläutert Christoph Meier von Energieberatung Meier die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Effizienzziele. Die Zusammenfassung zeigt zudem, wie weit die Energieversorger bei der Umsetzung der Vorgaben fortgeschritten sind.
Die Effizienzsteigerungen durch Energielieferanten gehören zu den neuen Instrumenten der Schweizer Energiepolitik. Damit steigen auch die Anforderungen an die Planung, Dokumentation und Überprüfung der umgesetzten Massnahmen.
Für die Energieversorger ist entscheidend, die gesetzlichen Vorgaben frühzeitig in ihre Prozesse und Angebote zu integrieren. Die Erfahrungen aus der laufenden Umsetzung liefern dafür wichtige Grundlagen.
Weitere Beiträge zum Thema
ElCom überwacht Qualität der Messdaten
Seit Anfang 2026 werden die Anforderungen an die Datenqualität im Energiedatenmanagement schweizweit einheitlich erfasst und ausgewertet. Grundlage dafür ist der Metering Code Schweiz MC–CH A1 2025.
Die ersten Auswertungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) zeigen bei einem Teil der Verteilnetzbetreiber Verbesserungsbedarf. Auffälligkeiten bestehen insbesondere bei Netzübergabestellen und bei unplausiblen Messwerten, die teilweise mit einfachen Plausibilitätskontrollen erkannt und korrigiert werden können.
Die ElCom wird Verteilnetzbetreiber mit besonders grossen Auffälligkeiten direkt kontaktieren. Bei anhaltenden Qualitätsproblemen könnten entsprechende Kennzahlen künftig auch in die Sunshine-Regulierung einfliessen.
Messdatenqualität und Tarife im Fokus
- Die Messdatenqualität wird seit Anfang 2026 schweizweit einheitlich ausgewertet.
- Die ElCom kontaktiert Verteilnetzbetreiber mit besonders grossen Auffälligkeiten direkt.
- Ab 2027 sind Veränderungen bei den Messtarifen in der Tarifkommunikation zu begründen.
- Der VAS hat seinen Mustertext für die Bekanntgabe der Tarifänderungen angepasst.
Messtarife erweitern Kommunikation für 2027
Für die Begründung von Preisanpassungen im Tarifjahr 2027 gilt weiterhin die ElCom-Weisung 4/2024. Neu müssen die Verteilnetzbetreiber in ihrer Kommunikation auch die Gründe für Veränderungen bei den Messtarifen berücksichtigen.
Der VAS hat seinen Mustertext für die Bekanntgabe der Tarifänderungen 2027 entsprechend ergänzt. Damit können die Mitglieder die neuen Anforderungen in ihre Kundenkommunikation übernehmen.
Anfang Juli 2026 erhielten einzelne VAS-Mitglieder ein Schreiben der ElCom. Darin wurden sie auf eine mögliche Falschdeklaration der Messkosten oder eine fehlerhafte Berechnung der Messtarife 2026 hingewiesen. Der VAS bittet betroffene Mitglieder um eine kurze Rückmeldung.
ElCom ergänzt Fragen zur Energiestrategie
Die ElCom hat ihre Zusammenstellung mit Fragen und Antworten zur Energiestrategie am 16. Juni 2026 aktualisiert. Das Update enthält Ergänzungen zur Rückliefervergütung, zu Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch und zu lokalen Elektrizitätsgemeinschaften.
Weitere Erläuterungen betreffen das Messwesen bei virtuellen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch sowie die Einführung der Messtarife. Ergänzt wurden zudem Fragen zu Energietarifen und zur netzdienlichen Nutzung von Flexibilität.
Die aktualisierte Zusammenstellung unterstützt Netzbetreiber bei der praktischen Umsetzung der neuen gesetzlichen Anforderungen. Sie schafft jedoch auch zusätzlichen Abstimmungsbedarf bei Messung, Abrechnung und Tarifgestaltung.
UREK-S unterstützt neue Regeln für Grundversorgung
Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK-S) hat dem Erlassentwurf 25.482 zur Tarifgestaltung in der Stromgrundversorgung am 23. Juni 2026 einstimmig zugestimmt.
Verteilnetzbetreiber sollen künftig nicht nur die reinen Beschaffungskosten berücksichtigen können. In die Grundversorgungstarife sollen die Nettokosten aller notwendigen Beschaffungsgeschäfte einfliessen dürfen.
Gleichzeitig sollen die Beschaffungsstrategie sowie die Dokumentation der Käufe und Verkäufe der Kontrolle durch die ElCom unterstellt werden. Die UREK-S schliesst sich damit dem Entscheid des Nationalrates an.
Bundesrat erleichtert Laden in Wohnliegenschaften
Der Bundesrat hat am 19. Juni 2026 eine Änderung des Energiegesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Damit soll der Zugang zu Ladeinfrastruktur in Miet- und Stockwerkeigentumsliegenschaften verbessert werden.
Eigentümerinnen und Eigentümer sollen zur Erstellung einer Grundinstallation verpflichtet werden können, wenn Mietende oder Personen im Stockwerkeigentum eine Lademöglichkeit verlangen. Voraussetzung ist, dass die Umsetzung zumutbar bleibt.
Die Vernehmlassung dauert bis zum 12. Oktober 2026. Die Vorlage betrifft neben der Elektromobilität auch die künftige Planung von Hausanschlüssen und elektrischer Infrastruktur in Wohngebäuden.
Ständerat beschleunigt Ausbau des Stromnetzes
Der Ständerat hat den sogenannten Netzexpress in der Sommersession als Zweitrat deutlich angenommen. Die Vorlage soll die Bewilligungsverfahren für neue und zu ersetzende Stromleitungen sowie Trafostationen verkürzen.
Der VSE begrüsst die vorgesehenen Vereinfachungen und die Anerkennung des nationalen Interesses an der Netzinfrastruktur im Verteilnetz. Unterstützt werden auch der Freileitungsgrundsatz bei Höchstspannungsleitungen und die Möglichkeit, Trafostationen unter klar definierten Voraussetzungen ausserhalb der Bauzone zu errichten.
Als Nächstes befasst sich der Nationalrat mit den verbleibenden Differenzen. Der VSE will die parlamentarische Beratung weiterhin eng begleiten.
Power-to-X bleibt bis 2035 eine Ergänzung
Der Bundesrat hat am 24. Juni 2026 den Bericht «Potenzial von Power-to-X als Beitrag zur Versorgungssicherheit» gutgeheissen. Power-to-X-Derivate könnten mittelfristig in der Industrie, der Luftfahrt, bei der Spitzenlastdeckung und in Teilen des Schwerverkehrs eingesetzt werden.
Langfristig könnten diese Energieträger auch einen Beitrag zur saisonalen Energiespeicherung leisten. Hohe Kosten, Effizienzverluste und eine fehlende Speicherinfrastruktur begrenzen ihre Bedeutung jedoch bis 2035.
Da die inländische erneuerbare Stromproduktion voraussichtlich nicht für eine umfangreiche Power-to-X-Produktion ausreicht, dürfte die Schweiz auch langfristig stark auf Importe angewiesen sein.
Speichermix stärkt saisonale Versorgungssicherheit
Der Speicherplan von aeesuisse untersucht die Rolle saisonaler Energiespeicher im künftigen Schweizer Energiesystem. Grundlage ist eine Modellierung der zukünftigen Produktion, Speicherung und Nachfrage.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine gut in Europa eingebundene Schweiz von einem vielfältigen Produktions- und Speichermix profitiert. Nach Einschätzung von aeesuisse ist dies die zeitgerecht umsetzbare, kostengünstigste und versorgungssicherste Lösung.
Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien bleiben damit die europäische Vernetzung sowie unterschiedliche kurz- und langfristige Speichertechnologien zentral.
Energieausgaben belasten Schweizer Haushalte moderat
Das Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern hat im Projekt ENERGYEXP die Energieausgaben von Schweizer Haushalten untersucht. Dabei wurden die Kosten ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt und mit anderen europäischen Ländern verglichen.
Der Abschlussbericht zeigt, dass Energieausgaben in der Schweiz einen vergleichsweise geringen Anteil des Haushaltseinkommens ausmachen. Das Projekt wurde vom Forschungsprogramm Energie–Wirtschaft–Gesellschaft des Bundesamtes für Energie gefördert.
Das Bundesamt für Energie hat die wichtigsten Ergebnisse zusätzlich in seinem Magazin «energeia plus» zusammengefasst.
VAS plant vier Spotlights bis Ende Jahr
Das nächste VAS-Spotlight findet am Dienstag, 8. September 2026, zum Thema «HKN Schweiz – Herausforderungen & Lösungen» statt. Am Dienstag, 6. Oktober 2026, stehen neue Netzanschlussverträge im Mittelpunkt.
Weitere Spotlights sind für den 3. November und den 1. Dezember 2026 vorgesehen. Die Themen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Die kompakten Online-Seminare dauern jeweils von 08:00 bis 08:45 Uhr. Anregungen für weitere Themen nimmt die VAS-Geschäftsstelle entgegen.

